Presseinformation Kreisgeschichte
26.08.09

Quelle: Presseinformation Nr. 154/09 | 13.08.2009

StädteRegion Aachen. (pka) Das richtige Buch zur richtigen Zeit!
Auf kein anderes Werk trifft dieser Auspruch besser zu als auf „Umbrüche – Die Region Aachen vom Roer-Département zur StädteRegion“. Es ist ab sofort in allen gut sortierten Buchhandlungen der Region erhältlich.  

Der Kreis Aachen löst sich am 21. Oktober 2009 auf und bildet dann zusammen mit der Stadt Aachen die „StädteRegion Aachen“. Um die Voraussetzungen dieses Umbruchs besser sichtbar und verständlich zu machen, fragt das Buch nach früheren Umbrüchen und wie die Menschen diese bewältigt haben. Das Buch möchte einer breiten Leserschaft – keineswegs nur dem fachlich interessierten Leser – einen historisch fundierten Überblick über die Entwicklung im Gebiet der früheren Landkreise Monschau, Eupen, Malmedy, St. Vith und des heutigen Kreises Aachen in den letzten zweihundert Jahren geben.  Einbezogen ist die Stadt Aachen, sie steht aber nicht im Mittelpunkt. Zur Anschaulichkeit verhelfen 123 Abbildungen, darunter viele erstmals publizierten Karten und Fotos.

Die Gliederung orientiert sich an den großen politischen Umbrüchen: vom Flickenteppich zahlreicher Herrschaften vor der Französischen Revolution zur Integration nach Frankreich; von Napoleon zu den Hohenzollern; vom Kaiserreich in die Republik; von der Weimarer Republik ins Dritte Reich; von der NS-Diktatur in die Bundesrepublik. Aber auch von der lange gefährdeten Grenzlandexistenz zu neuer guter Nachbarschaft im Dreiländereck.  

Im Mittelpunkt der Zeitreise stehen die Umbrüche in der Arbeits- und Lebenswelt seit der Frühindustrialisierung, die von Lüttich und Verviers, um 1800 ausging und den Raum Aachen-Stolberg-Eschweiler zuerst erreichte. Weitere Schwerpunkte bilden die Probleme der Industrie des Aachen-Stolberger Raumes nach dem Ersten Weltkrieg, ferner die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932, die zur politischen Radikalisierung in den Kohlerevieren führte; sodann die „Schmuggeljahre“ nach 1945 und das Aufblühen im „Wirtschaftswunder“ der Ära Adenauer. Die Darstellung beleuchtet weiterhin die Krise der Traditionsindustrie bei Feintuch- und Nadelherstellung und zuletzt beim Kohlebergbau sowie die Ansiedlung neuer Unternehmen der Hochtechnologie – mithin den wirtschaftlichen Umbruch der Gegenwart, der nur mit der Industrialisierung vor zweihundert Jahren vergleichbar ist.  

Einen anderen roten Faden bildet die Frage nach der Prägung von Region und Menschen durch kirchliches Leben und Frömmigkeitsformen, katholische  Soziallehre und katholisches Vereinswesen, Schützen- und Gesangvereine, auch der Gegensatz von Katholiken und Protestanten, der in Aachen und Stolberg verschiedene Sozialmilieus ausgebildet hat. Das reicht vom Kulturkampf unter Bismarck bis zum Kirchenkampf im Dritten Reich, von den Weltanschauungskämpfen zwischen Zentrumspartei und Sozialdemokratie im Kaiserreich bis zu den Schulkämpfen zwischen Christdemokraten und Sozialliberalen in den 1970er Jahren. Heute stehen das lange konfessionell geprägte Milieu und die Bistumsstrukturen mitten in einem neuen Umbruch, dessen Ursachen beleuchtet werden.  

Die bisher letzten Chroniken des Altkreises Aachen und des Kreises Monschau sind 1953 bzw. 1955 erschienen. Daher akzentuiert das neue Buch die Umbrüche nach 1945, ihre Folgen und Auswirkungen: Kriegszerstörungen und Wiederaufbau, Integration von zehntausenden Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, seit 1960 von Gastarbeitern aus Südeuropa, seit 1980 von Immigranten aus der Türkei, seit 1990 von Spätaussiedern aus der ehemaligen Sowjetunion und zuletzt Bürgerkriegsflüchtlingen vom Balkan. Weitere Aspekte sind der gesellschaftliche Umbruch im Gefolge von „1968“ in den größeren Städten mit seinem Wertewandel; ferner die Rückbesinnung auf Brauchtums- und Heimatpflege seit den 1980er Jahren; schließlich die seinerzeit umstrittene Gebiets- und Verwaltungsreform von 1972 mit der Auflösung des Kreises Monschau und des Regierungsbezirks Aachen, ein Thema, das bisher noch nicht zusammenhängend dargestellt worden ist.

Damit werden der Erfahrungshorizont der Bevölkerung und die vielschichtigen Voraussetzungen sichtbar, unter denen die „StädteRegion Aachen“ im Herbst 2009 ins Leben tritt.

Die Umbrüche der Region Aachen seit 1800 werden in anschaulich erzählender Form nachgezeichnet. Alle Leser finden viele Informationen und Anregungen, auch Hinweise auf Quellen und Literatur. Ein Orts- und Personenregister verhilft zur raschen Orientierung.
Landrat Carl Meulenbergh hat dem Buch ein Geleitwort vorangestellt.
Der Autor, Dr. Mathias Pape, lehrt neuere Geschichte am Historischen Institut der RWTH Aachen.



Informationen:

Umbrüche – Die Region Aachen vom Roer-Département zur Städteregion
Autor: Dr. Mathias Pape
Aachen: Thouet-Verlag 2009.
Das Buch umfasst 336 Seiten und 123 Abbildungen.
Es kostet 17,80 Euro. Die Auflagenhöhe beträgt 2.500 Exemplare.
Erhältlich ist das Buch (ISBN 978-3-930594-35-1) in allen Buchhandlungen oder beim Thouet-Verlag, Aachener-und-Münchener-Allee 1, 52074 Aachen, Telefon 0241/70300. Informationen und Bestellungen auch über www.thouet-verlag.de

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